Solar Aktiv Haus

207

Einleitung

Im Auftrag der Fa. Sonnenkraft entwickelt der Autor einen neuen Haustyp, der mit Hilfe von aktiver Solarnutzung die Umweltbelastung gegenüber den Limits des Passivhauses wesentlich reduziert.

 

Konzept

Ausgehend von der Tatsache, dass die Kilowattstunde im Wohnbau kostengünstig mit aktiven solaren Systemen gewonnen werden kann, setzt dieses Konzept – neben den Einsparmaßnahmen die dem Passivhauskonzept entsprechen – auf solare Gewinne. Wobei diese solaren Gewinne nicht nur für die Wärmeversorgung (Wasser, Heizung), sondern auch zur Kühlung und Stromerzeugung eingesetzt werden können. Im Konzept selbst werden – hierarchisch geordnet – unterschiedliche solare Ausbaustufen angeboten.

 

Architektur

Die entsprechende Haltung in der Architektur baut darauf auf, dass aus diesem neuen Denken und den neuen Techniken eine neue, eigenständige Architektur entwickelt wird, deren besonderer ästhetischer Wert in formal guter Beantwortung der anstehenden ökologischen Fragen besteht. Das heißt, dass in diesem Konzept weder „neue Techniken“ auf alte, traditionelle Architektur aufgesetzt werden, noch die ökologischen Fragen rein formalistisch und vordergründig oder gar „scheinbar“ beantwortet werden.

Die dem Konzept zu Grunde liegende Architektur sieht sich nicht als formalistisches Konzept, sondern als Architektur, die ihre Formen und ihre ästhetischen Vorteile aus der Beantwortung der anstehenden ökologischen Fragen ohne „Schnörksel“ ableitet.

Grundsätzlich heißt dies: Optimierung der Solargewinnflächen, Öffnung des Gebäudes nach Süden, Zeigen der Kollektoren und Optimierung deren ästhetischer Qualität (bewusster Einsatz von Spiegelung der Natur, Einsatz von schwarz schillernden oder tiefblauen Kollektorflächen als reizvolle Farbelemente), Verwendung der Glasflächen der passiven Solarnutzung zur Orientierung zur Natur, zum Arbeiten mit der Tageslichtführung, zur Steigerung des Gefühls des großzügigen Platzes und Raumangebotes usw.; Einsatz von direkt erlebbaren Naturmaterialien (z.B. die Lebhaftigkeit der Astigkeit des Holzes als Oberflächenqualität); Erlebbarkeit der Haustechnik (leichte Ablesbarkeit, Sichtbarkeit des Speichers usw.) mit der Möglichkeit, diese neuen Techniken auch als – sinnvolles – Statussymbol zu betrachten; Flexibilität des Konzeptes, sodass nicht nur auf ökologischer Ebene stets sensibel und gerecht auf die Umwelt reagiert werden kann.

 

Ausführung

Das Gebäudekonzept wird 2008 beispielhaft realisiert und soll über Fertigteilbaufirmen einem breiten Kundenkreis zugänglich gemacht werden. Das gegenüber der Planung in der Ausführung etwas abgeänderte Gebäude wird über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr intesiv vermessen und beforscht. Die Ergebnisse sollen - gemeinsam mit parallel vermessenen anderen Solar aktivhäusern- dazu beitragen, das System weiter zu optimieren.