Plus Energiesiedlung

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Städtebau: Es wird das Grundkonzept der bestehenden Bebauung (Blockrandbebauung) an den bebauten Straßenrändern weiter entwickelt und mit einer neuen blockinneren Bebauung ergänzt. In Richtung Osten zum Fuß- und Radweg (bislang ohne Bebauung) öffnet sich die Bebauung. Die gemeinsame städtebauliche Großform erlaubt Orientierung und Übersichtlichkeit. Ein interner Platz mit einem Gemeinschafts- und Energiezentrum bildet den Mittelpunkt. Die neu entwickelten Gebäudeformen und Energieproduktionstechniken werden als Gestaltungselemente genutzt und erlauben die Kommunikation der Zukunftsfähigkeit nach außen hin. Erschließung: Der Fußgängerverkehr ist privilegiert (inkl. Behindertengerechtigkeit). Die Siedlung ist fahrradfreundlich (das Verkehrsmittel direkt an der Eingangstür). Zwei Parkplätze liegen am Rand der Bebauung, wobei Car-Sharing-Autos jeweils am Nächsten liegen. Der Umstieg auf das Elektroauto wird gefördert: Die Stromüberschüsse der Siedlung können den Strombedarf des gesamten Fahrrad- und Autoverkehrs decken. Architektur: Zwei Bautypen (Reihenhaus und Mehrfamilienhaus) bieten höchste Flexibilität in der Planung (Beteiligungsplanung) und im langfristigen Gebrauch. Außer im Eingangsbereich sind alle Wohnungen nach Süden orientiert und verfügen über einen direkten Gartenzugang (oder einen Mietgarten). Als Bausystem kommen innovative Fertigteile aus Holz, Stroh und Lehm sowie Massivholz-Fertigteildecken zum Einsatz. Diese Bauteile sind gut reparier- und recyclebar und weisen hervorragend gute MIPS-Werte auf. Die Ausführung erfolgt in Passivhaus- und Aktivhaus-Qualität (beste Energiebewahrung, energieproduktiv, optimale Indoor- und Tageslicht-Qualitäten). Energie: Zur Wärme- und Stromversorgung wurde nicht nur das Einzelhaus optimiert, sondern ein innovatives Siedlungskonzept entwickelt, das wiederum in das öffentliche Netz eingebunden ist. Diese Systeme arbeiten auf drei Ebenen (Haus, Siedlung, öffentliches Netz), die sich gegenseitig ergänzen und optimieren. Die einzelnen Wohnungen nutzen die Sonne auf passive Weise (mit passivem Sommer-Sonnenschutz). Thermische Kollektoren versorgen über einen Speicher (hausweise) die Wohnungen direkt und stellen Überschüsse der Siedlung über die Soleleitung zur Verfügung. Aus dieser können die Häuser auch Wärme entnehmen. Acht zentrale Tiefenbohrungen ergänzen die Soleleitung, dienen als Wärmedeponie und optimieren über die gemeinschaftliche Soleleitung die Wärmepumpeneffektivität der einzelnen Häuser (höherer Wirkungsgrad) Die Soleleitung hilft auch die Laufmeter der Tiefensonden zu reduzieren. Auch der erzeugte Strom (PV) wird vorrangig im Haus selbst verbraucht. Überschüsse gehen in das Siedlungsnetz, das über einen Speicher (Bleibatterien) verfügt, so dass das öffentliche Netz möglichst wenig durch Ein- und Ausspeisung belastet wird. Insgesamt erzeugt die Siedlung so viel Strom, dass auch der gesamte Individualverkehr (bei Verwendung von E Autos und E-Fahrrädern) mit diesem Strom betrieben werden kann. Darüber hinaus können auch noch Überschüsse ins Netz eingespeist werden. Es handelt sich also um eine echte Netto-Plus-Energie-Siedlung inklusive Mobilität: X-Faktor Plus.

Projektnummer :280
Status :Projekte
Link :www.reinberg.net/280
Planung :Architekt Georg W. Reinberg
MitarbeiterInnen :Martha Enriquez-Reinberg, Jasmin Krickhaus, Tobias Schedel
Ort :Eschweiler, Deutschland
Typ :Neubau
Funktion :Wohnhaus, Sozialer Wohnbau
Eigenschaften :Photovoltaik, Kollektor, Wärmerückgewinnung, Holzbau, Passive Solarnutzung, Passivhaus, Fertigteilbau, Umweltfreundliche Bauführung
Wettbewerb :2012.7
Gründstück :37000 m2
Nutzfläche :7143 m2
Freifläche :14141 m2