Wohnbau Strubergasse

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1. Städtebauliche Einbindung Unter Beibehaltung der gegebenen städtebaulichen Struktur (alleinstehende Baukörper innerhalb einer Grünstruktur mit altem Baubestand) wird das Gebiet mit den neuen Bauten belebt und aufgewertet. Die bestehenden Grünflächen und insbesondere der bestehende Park werden aufgewertet, indem eine akustische Abschirmung zur Rudolf-Biebl-Straße erfolgt (Bauteil F) und indem der Grünraum des Parks in Richtung Strubergasse räumlich erweitert wird und auch hier besser als bisher akustisch abgeschirmt wird. Die Kreuzung Rudolf-Biebl-Straße/Strubergasse wird städtebaulich durch ein sechs Stockwerke hohes Gebäude akzentuiert. Wie bisher gibt das hier befindliche Gebäude der Rudolf-Biebl-Straße etwas mehr Raum, so dass hier eine platzartige Aufweitung erfolgt. Diese Platzbildung wird durch die Schließung der beiden Baukörper an der Rudolf-Biebl-Straße besser als bisher definiert. Im östlichen Bereich bleibt die Offenheit (zur Strubergasse) erhalten. Im Bereich der Rudolf-Biebl-Straße wird – analog zum Baukörper gegenüber – die gesamte Straßenfront geschlossen und die gesamte Straße von einem Laubengang (als halböffentlicher Bereich) begleitet. Im Bereich des Platzes wird die städtebauliche Atmosphäre mittels einer Putzfassade betont, im weiteren Verlauf der Rudolf-Biebl-Straße in Richtung Norden wird den Fassaden (zusätzlich zur Baumallee des öffentlichen Bereiches) eine Grünfassade vorgesetzt (Staub- und Lärmfang). In Fortsetzung des bestehenden Weges (parallel zur Leonhard von Keutschach-Straße) erhält der Bauteil F einen fußläufigen Durchgang (siehe auch Grünraumkonzept). Zwischen dem „Kopfbau“ des Bauplatzes F und der östlich anschließenden Bebauung an der Strubergasse wird ein neuer Platz geschaffen, der ruhiger ist als der „Platz“ in der Rudolf-Biebl-Straße. Dieser Platz bietet eine etwas „privatere“ Atmosphäre und erlaubt den ebenen Durchgang zum „grünen Platz“ (Park) im Inneren der Gesamtanlage. Der Schallschutz für diesen Platz und die dahinter liegenden Grünflächen erfolgt durch den „Kopfbau“ und den bestehenden Baumbestand. Die zwei weiteren Plätze zwischen den drei Bauteilen an der Strubergasse bieten noch mehr Privatheit, indem sie ca. 1,20 Meter gegenüber der Strubergasse angehoben (und somit nur über Rampen und Stufen erreichbar) sind. Der erste dieser beiden Höfe ist durch einen niedrigen Bau gegen den Lärm der Straßenkreuzung abgeschirmt, der zweite Hof – wo es schon ruhiger ist – kann gänzlich offen bleiben. Im östlichen Bereich der Strubergasse werden ähnlich wie bisher dimensionierte Baukörper (etwas dünner und etwas kürzer) jeweils paarweise zueinander gestellt, so dass innerhalb der beiden „Häuserpaare“ wieder Plätze geschaffen werden, die aber nun überdacht, schmäler und mehrgeschoßig sind und nur mehr der hauseigenen Öffentlichkeit dienen.   Das Herausheben der Gebäude an der Strubergasse entspricht in etwa der Anhebung der untersten Wohnebene der Bestandsbauten gegenüber dem bestehenden Gebäude. Das gemeinsame Anheben dieser Gebäude auf einer gemeinsamen Plattform schafft eine Gemeinsamkeit dieser Bauten und erlaubt den direkten Kontakt zwischen Erdgeschoßwohnungen und Umgebungsgelände Das Abheben vom Strassenniveau erlaubt gleichzeitig die Unterbringung eines Parkdecks für den Individualverkehr unterhalb dieser „Plattform“. Teile des Baumbestand können durch Ausschnitte in dieser Plattform erhalten werden. Die Fassaden an der Strubergasse sind von Osten kommend zunächst einfach und schlicht gehalten (analog zu den Bestandsgebäuden), werden aber in Richtung zum „Kopfbau“ in ihrer Gestaltung komplexer: Es gibt an der Strubergasse im ersten Gebäude keine Balkone, im zweiten Gebäude Balkone im unteren Bereich und im dritten Gebäude einen Wintergarten im unteren Bereich, sowie eine Garageneinfahrt. Die Fassaden bei den letzteren Gebäuden sind im obersten (besonnten Bereich) mit thermischen Kollektoren ausgestattet. Dieser Kollektor wiederholt sich am „Kopfbau“, wo er – entsprechend dem Gebäudevolumen – größer ist und somit einen zusätzlichen städtebaulichen Akzent setzt. Zum Grünraum hin sind alle Fassaden durch Balkone charakterisiert. Entsprechend der jeweiligen Umgebung bleiben die Fassaden des Bauteils F zur Rudolf-Biebl-Straße weitgehend geschlossen, zum Grünraum hin öffnen sie sich und sind mit diesem mittels Balkonen verzahnt und vielgestaltig.   2. Architektur, Erschließung und Konstruktion (Materialien) 2.1 Architektur Entlang der Rudolf-Biebl-Straße ist ein durchgehender Baukörper geplant, der über einen Laubengang (wie ein halb-öffentlicher Gehsteig an dieser Straße) das Gebäude selbst (ebenso wie die weiteren Grünflächen) vom Lärm und der Hektik der Rudolf-Biebl-Straße abschirmt. Diese gesamte Häuserzeile öffnet sich andererseits nach Osten und zum Grünraum. Im Kopfbau an der Kreuzung zur Strubergasse ist das unterste Geschoß 2,80 Meter hoch, so dass hier auch Geschäfte untergebracht werden könnten (bei Verschiebung der dort befindlichen PKW-Stellplätze in den östlichen Platzbereich). Der erste, der Kreuzung folgende Gebäudekörper an der Strubergasse (und nahe der Rudolf-Biebl-Straße) ist für Senioren vorgesehen und wie die Gebäude direkt an der Rudolf-Biebl-Straße mit einem geschlossenen Laubengang gegen den Lärm geschützt. Alle Wohnungen schauen nach Osten, nur die Wohnungen im ersten und zweiten Stock an der Strubergasse sind nach Süden orientiert und haben – als Schallschutz – einen südlichen Wintergarten (verglaster Balkon) vorgesetzt. Die beiden weiteren Bauten an der Strubergasse sind paarweise aneinandergestellte Zeilen, deren mittiger Erschließungsgang so erweitert ist, dass ein halböffentlicher Gemeinschaftsbereich entsteht, der mit Tageslicht beleuchtet ist (Verglasung zum nördlichen Park und zur südlichen Sonne, sowie einige Lichtkuppeln). In diese Bereiche können auch einzelne Funktionen aus der Wohnung ausgelagert werden (wie zB. Raucherzone mit effektivem Abluftsystem, Wäschetrockenbereiche und dergleichen). Das Seniorenhaus und das östliche Doppelhaus sind im ersten Obergeschoß mit einem Baukörper verbunden, der halb-öffentliche Funktionen (Waschraum, Fahrradabstellraum, Müllraum) überdacht und den Grünraum des Parks bis hierher optisch erweitert und abschließt. Dieser Baukörper nützt den hier etwas breiteren Straßenraum der Strubergasse, in den die Wohnungen orientiert sind (Südseite). Die einzelnen Bauten an der Strubergasse sind als einzelne (wenn auch aneinandergestellte) Baukörper architektonisch ablesbar und treten so in Dialog zu den älteren Bauten des Bestandes. Der „Kopfbau“ sowie die direkt daran anschließenden Bauten in der Strubergasse erhalten in den oberen gut besonnten Stockwerken Fassadenkollektoren und Kollektoren am Dach, so dass diese Installationen nicht nur technisch optimiert sind, sondern auch gut ablesbar werden. diese „neuen Wandbilder“, reflektieren durch ihren Spiegeleffekt den Himmel, die Wolken und die Sonne Alle Wohnungen sind mit bewohnbaren Balkonen oder Gartenflächen ausgestattet, wobei die Balkone die Vielfalt der Wohnungen und die Flexibilität des Gebäudes auch nach außen darstellen. Die Garagen sind seitlich und durch einige Öffnungen im Dach (mit Baumbestand) tageslichtbelichtet.   2.2 Erschließung • PKW: Mit Ausnahme von zwölf ebenerdigen Parkplätzen sind alle PKW-Stellplätze im „Parkdeck“ untergebracht. Von hier sind die Wohnungen im Baufeld B über Lifte oder Stiegen direkt erreichbar. Die Bewohner des Baufeldes F können das Parkdeck über den Gehsteig der Einfahrtsrampe, über eine halbgeschoßige Stiege oder mittels Lift des Seniorengebäudes (ohne dieses betreten zu müssen) erreichen. Die Einfahrt in die Tiefgarage befindet sich unterhalb des Seniorengebäudes (das hier gegen Lärm mittels Vordach und Wintergarten geschützt ist). Falls verkehrstechnisch erforderlich (Nähe zu Kreuzungsbereich), so könnte sehr einfach diese Einfahrt (überdacht und eingehaust) an das östliche Grundstücksende an der Strubergasse verlegt werden. Zwölf Autoabstellplätze sind ebenerdig auf dem Platz zwischen Kopfbau und Seniorenbau untergebracht, sechs davon überdacht (Elektrotankstellen). Hier sind auch die Car-Sharing-Autos untergebracht. Im Parkdeck befinden sich auch Stellplätze für einspurige Fahrzeuge (Motorräder, Roller). • Fahrräder: Die Fahrradfahrer finden im Bauteil F im „Kopfbau“ sowie innerhalb des Durchganges zum Park ausreichend Stellplatzmöglichkeiten. Außerdem werden auf Erdgeschoßniveau an der Strubergasse trockene Fahrradabstellflächen zur Verfügung gestellt. • Fußgänger: Für Fußgänger ist der Zugang zu Bauteil F über zwei Stiegenhäuser möglich (von denen zumindest eines mit Lift ausgestattet ist), von denen aus alle Geschoßwohnungen erreicht werden können. Die geschlossenen Laubengänge des Bauteiles F sind so angelegt, dass sich in den Obergeschoßen attraktive Ausblicke in den südlichen Alpenraum ergeben. Der Seniorenbau ist nach demselben Prinzip erschlossen. Dieser Bau erhält einen eigenen Zugang, der nur von den Senioren benutzt wird. Für die externe Nutzung des Gemeinschaftsraumes (Mutterberatung) erhält dieser einen eigenen Zugang (direkt von der Straße aus zugängig). Nur der Behindertenzugang erfolgt für diese Nutzung über den Lift bzw. die Rampe des Seniorenhauses. Die beiden „Doppelhäuser“ an der Strubergasse können von Fußgängern sowohl von der Straße aus als auch vom Park aus über behindertengerechte Rampen, die auf die höheren Ebene dieses Gebäudes führen und die großzügigen Innenhallen erreicht werden.. An der Erschließung liegende Küchen sind mit einem fix verglasten, etwas höher liegendem Fenster (mit entsprechender Schutzfunktion) ausgestattet. So ist eine indirekte, zusätzliche Tageslichtbeleuchtung möglich, aber auch die Kommunikation zwischen diesen Bereichen möglich.  2.3 Konstruktion und Materialien Das einfach gehaltene Konstruktionsprinzip sieht tragende Außenwände sowie tragende Wände zwischen Wohnungs- und Erschließungsflächen und tragende Außenwände der Laubengänge vor. Das heißt, dass nur die Längswände (sowie die Gebäudeabschlusswände der Schmalseiten) tragend sind. Darüber liegen jeweils Hohldielendecken (Höhe ca. 18 cm). Alle Räume innerhalb dieses Tragsystems sind also völlig flexibel. Die Trennwände zwischen den Wohnungen sind leichte (und damit flexible) Doppelständerwände. Alle Innenwände sind ebenfalls flexible Ständerwände. Damit die volle Flexibilität der Wohnungen auch langfristig gewährleistet ist, befindet sich – statt einzelner installationsschächte – zwischen Erschließungsfläche und Wohnfläche erschließungsseitig eine Doppelwand, die alle Installationen aufnehmen kann (Heizung, Lüftung, Kanal, Elektro, usw.) Diese Doppelwand übernimmt gleichzeitig die Schallschutz- und die Wärmedämmfunktion und ist baubiologisch vorteilhaft, da die Wohnungen selbst von diesen Installationen frei gehalten werden. Die Wände und Decken werden aus Betonfertigteilen (16 bis 18 cm dick) hergestellt. Die Wände erhalten außen einen 22 bis 24 cm dicken Vollwärmeschutz. Die Dächer sind ebenfalls Betondielen und mit 32 cm Wärmedämmung ausgestattet. Die Decke unter dem Erdgeschoß ist zum Parkdeck hin mit 26 cm Wärmedämmung und zum Keller mit 20 cm Wärmedämmung (jeweils außenseitig) ausgeführt. Über den freien Zugängen beträgt diese Wärmedämmung 28 cm. Sämtliche Fenster sind dreifach verglast. Die Außentüren weisen entsprechende U Werte auf. So kann die Förderklasse 10 mit einem LEK-Wert < 18 leicht erreicht werden.   3. Freiraumkonzept Der Stadtteil Lehen, in dem sich diese Siedlung befindet, ist einer der bevölkerungsreichsten der Stadt Salzburg. Im Gegensatz dazu weist er einen sehr geringen Grünflächenanteil auf. Der Grünbestand in der Strubergasse wurde daher mit besonderer Sorgfalt bearbeitet und planlich optimiert. Die gesamte Anlage fällt durch ihren großen und zum Teil hohen Baumbestand auf, unter dem sich viele Linden, aber auch Kastanien, Pappeln und Birken befinden. Nadelgehölze sind auch, aber selten in Form von Fichten anzutreffen. Dieser Baumbestand bleibt (mit Ausnahme der unbedingt notwendigen Rodungen für die Errichtung der Neubauten) weitestgehend erhalten. Im Sanierungsgebiet werden jene mit Bewertungskategorie 4 (Pappeln) ersetzt, die Koniferen in der Freifläche zwischen 58/60/62 und 48/50/52 werden ebenfalls ersetzt bzw. die Fichte unmittelbar an der Hausmauer entfernt. Im Neubaubereich werden die Bäume am Baufeld B, die sich direkt im Baubereich befinden, entfernt. Zwei Bäume können aber auch im überbauten Bereich erhalten werden. Zwei Bäume werden im überbauten Bereich neu gepflanzt. Die Bäume außerhalb des bebauten Bereiches bleiben erhalten. Die Grünflächen zwischen den Häuserzeilen unterscheiden sich derzeit teilweise hinsichtlich Flächennutzung, Baumbestand und Besonnung. Es gibt im Bestand Bereiche, bei denen erkennbar ist, dass sie von den Bewohnern „angeeignet“ wurden und halböffentlich bis privat genutzt werden. Auch die Eingangssituationen sind sehr unterschiedlich, von teilweise liebevoll gärtnerisch gestaltet und gepflegt bis zu Rasenflächen, die als Radabstellplätze genutzt werden. Es ist davon auszugehen, dass auch die weitere Gestaltung und vor allem Nutzung von den Einwohnern unterschiedlich aufgenommen werden wird. a) Grünraum im Sanierungsbereich Die Freiräume zwischen den bestehenden Bauten (zumeist geradlinig und länglich in Nord Süd Richtung), werden durch geschwungen ausgeführte Blühhecken, Naschhecken oder Vogelgehölzhecken strukturiert und aufgelockert. Private Gemüsebeete, Hochbeete oder auch Gemeinschaftsgärten erhöhen den Begegnungsraum und den sozialen Austausch. Der Bereich um das „Garteln“ ist durch einen Obstbaumhain gegliedert, unter dem man Picknicke veranstalten oder auch nach getaner Arbeit sein Werk bewundern kann. Weiters werden durch eine geschwungene Strukturierung (Strauchgruppen, Geländemodellierung) Bereiche geschaffen, welche als allgemeiner Freiraum bzw. Anger für jeden Blockbereich nutzbar sind. Hier sind Pavillons vorgesehen, wo man sowohl gemeinschaftlich als auch privat ein „grünes Wohnzimmer“ schaffen kann, das durch akzentuierte zusätzliche Pflanzung einladen und heimelig wirkt.   Ganz ausdrücklich gibt es Flächen, welchen keine Funktion zugewiesen sind. Hier sollen Entwicklungs- und Nutzungspotentiale entstehen, die durchaus auch eine entsprechende ökologische Wertigkeit aufweisen. Bestehender Spielplatz Auch hier wird der Baumbestand erhalten. Der Spielwert wird durch Geländemodellierungen erhöht. Dadurch entstehen Schwerpunktflächen, wie „Sand und Matsch“, „Klettern und Balancieren“ oder „Schaukeln und Wippen“. Durch ansprechende Sitzgelegenheiten ist dieser Platz ein Treffpunkt für Jung und Alt. Eine anregung zum Spielen und beim Spielen zusehen, kommunizieren oder einfach nur im Schatten sitzen. Für ältere Kinder wird eine Slackline errichtet. Ein weiterer Platz für Feste oder eine Freiraumnutzung, die eine befestigte Oberfläche benötigt (Kinder – Tempelhüpfen, Gummihüpfen, Straßenkreide) ist „blockübergreifend“ östlich des Spielplatzbereiches vorgesehen. Dieser Platz bietet sich für gemeinsame Feiern (Silvester, Sommer, ev. Konzerte und auch, falls gewünscht, zur Aufstellung eines Weihnachtsbaumes oder Maibaumes) an. Er erinnert an einen Dorfplatz und sieht auch einen Dorfbrunnen vor. Erschließung und ruhender Verkehr Die Haupterschließung erfolgt über zwei Achsen. Diese sind durch Stichstraßen miteinander verbunden, und ermöglichen den Bewohnern, schwere Möbel oder ähnliches bis vor die Eingangstür zu transportieren. Diese Stichstraßen sollen aber nicht als Parkfläche genutzt werden. Die Parkplätze sind so angeordnet, dass zu jedem Bereich einige zur Verfügung stehen, dabei erfolgte die Orientierung im Wesentlichen am Bestand. Ein dezentraler Parkplatz für das gesamte Quartier wurde verworfen, da hierzu erhebliche Eingriffe in die Baumbepflanzung notwendig wären. 17 Stellplätze, die im Neubaubereich zusätzlich eingeplant wurden, können von den Bewohnern des Sanierungsbereiches genutzt werden und so die Belastung durch den Autoverkehr für den gesamten Grünraum reduzieren. b) Neubaubereich Auch hier ist man sich des wertvollen Baumbestandes bewusst und ermöglicht durch sorgfältige Planung, dass viele Bäume erhalten bleiben und so das besondere Erlebnis der Baumkrone den Bewohnern näher bringen kann. Nach Abtretung des Streifens an der Rudolf-Biebl-Straße bleiben folgende Bäume erhalten: Aus der Kategorie „besonders erhaltenswürdig“ bleibt der bestehende Baum erhalten, aus der Kategorie 2 und 3 können je 2 Bäume erhalten werden. Aus der Kategorie 3-4 bleiben zwei Bäume erhalten bleiben alle vier erhalten. (siehe auch. Grümraumplan).   Für die Erdgeschoßwohnungen sind Privatgärten vorgesehen, welche zu den Nachbarn mit berankten Trennwänden begrenzt werden. Auch zum angrenzenden öffentlichen Bereich gibt es entsprechende Abgrenzungen, aber auch Möglichkeiten für eine Kommunikation „über den Gartenzaun hinweg“. Grünfassaden sind an der Rudolf-Biebl-Straße vorgesehen. Hierzu wurden unterschiedliche Möglichkeiten der Fassadenbegrünung geprüft und eine interessante Mischung an Arten (hinsichtlich Wuchsform, Belaubung, Herbstfärbung, Immergrün) gewählt. Die Gestaltung des öffentlich zugängigen Grünbereiches im Neubau harmonisiert mit der Gestaltung im Bestand. Auch hier sind geschwungene Formen für Nasch- und Sichtschutzhecken sowie Hochbeeten vorgesehen. Der befestigte Platz östlich des „Kopfbaues“ lässt vor allem für ältere Kinder und Jugendliche weitere Spielmöglichkeiten zu (ähnlich einer Spielstraße). In den erweiterten Gangbereichen der Doppelhäuser und in den Laubengangbereichen (zB. an den Eckpunkten) sind entsprechende „innere“ Grüninseln vorgesehen. Die Erschließungswege sind wie die natürlichen Bewegungslinien, wie sie sich zB. als Trampelpfade im Bestandsgebiet ergeben haben, vorgesehen. Zusätzlich lassen diese Wege die Entwicklung von neuen Verbindungen zu. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Grün- und Freiraum im Bestand wertschätzend und sorgfältig strukturiert wird und jener im Neubaubereich sich eben dieser Gestaltung und Wertschätzung anschließt.   4. Niedrige Errichtungskosten Niedrige Betriebs- und Investitionskosten Entsprechend der geringen Finanzkraft der zukünftigen Bewohner ist das Projekt vor allem in Hinblick auf Kostenreduktionen geplant. Dafür sind auch Maßnahmen nötig, die zunächst als Mehraufwände erscheinen mögen, letztlich aber niedrigere Bau- und Betriebskosten ermöglichen. Wesentlich für die Kostenabschätzung ist, dass nicht nur mit üblichen Volums- und Oberflächenverhältnissen abgeschätzt wird, sondern zwischen unterschiedlichen Volumen und Volumskosten unterschieden und kalkuliert wird, um auf korrekte Kostenabschätzungen zu kommen. Zunächst wird beim vorliegenden Konzept auf einfachste (und die kostengünstigsten) Baumaterialien und auf das einfachste Tragsystem gesetzt: Wände und Decken bestehen aus Betonfertigteilen (mit Polystyrol-Wärmedämmung), die Spannweiten sind innerhalb jedes Gebäudes einheitlich und auf je ein Maß beschränkt. Die Fenster der gesamten Anlage sind inklusive Fenstertüren auf drei Formate beschränkt. Alle tragenden Wände sind völlig gerade (siehe auch Beschreibung Architektur). Komplizierte und aufwändige Details werden so im Voraus vermieden. Im Bauteil B ist der Konstruktionsraster des Parkdecks mit dem Konstruktionsraster der darüber liegenden Gebäude koordiniert. Dadurch, dass das Parkdeck nur zur Hälfte in den Baugrund versenkt ist (ähnlich dem Keller der Bestandsbauten), werden die Kosten (und ökologischen Belastungen) des Aushubes reduziert. Die Gebäude sind kompakt. Obgleich das Gesamtvolumen im Verhältnis zur Wohnnutzfläche als relativ hoch erscheinen mag ist dies in diesem Fall ein Kostenvorteil: Es wird klar zwischen voll konditionierten (beheizt, mit Infrastruktur und Schallschutz usw. ausgeschattetem) Volumina (= für Wohnzwecke) und Volumen, das nicht voll konditionierten Volumina (Erschließung, Kommunikation, Kinderwagen und dgl.) unterschieden. Die Volumen für Wohnzwecke sind hoch wärmegedämmt und für Installationszwecke flexibel gehalten, die sonstigen Flächen nicht beheizt (aber frostfrei) und mit nur 4-6 cm Wärmedämmung und Zweifachverglasung ausgestattet. Die Schall- und die thermische Entkopplung dieser kostengünstigen Volumina vom hochwertigen Gebäudeteil erfolgt über Auflager (Konsolen), die diese Entkopplungsfunktion übernehmen. So können diese Nicht-Wohnungsvolumina ohne Trittschalldämmung (einfachster Fußbodenaufbau) und mit sehr geringer Wärmedämmung ausgeführt werden. Dank dieser kostensparenden Volumina wird es möglich, Laubengänge und erweiterte Mittelgänge auszuführen und trotz mehr Erschließungsvolumen (als zB. bei einem Drei-Spänner) kostengünstiger zu bauen. Das Laubengangsystem stellt nicht nur gegenüber der Rudolf-Biebl-Straße ein perfektes Schallschutzsystem dar, sondern erlaubt auch eine Reduzierung der (kostenintensiven) Stiegenhäuser: Es kann mit zwei Stiegenhäusern für 14 Wohnungen im Regelgeschoß und es kann mit einem einzigen Lift (der Zweite ist optional in den Plänen dargestellt) das Auslangen gefunden werden (im Vergleich dazu: bei einem Drei- bzw. Vier-Spänner wären vier Stiegenhäuser und vier Lifte erforderlich). An der Strubergasse werden in den Doppelhäusern mit einem Lift und einer Stiege im Regelgeschoß acht Wohnungen (bzw. in einem Geschoß zehn Wohnungen) erschlossen und im Seniorenwohnhaus, wo der Laubengang auch dem Schallschutz (gegenüber dem Kreuzungsbereich) dient, werden sechs Wohnungen mit einem Stiegenhaus und einem Lift erschlossen. Dieser Lift ermöglicht auch gleichzeitig einen direkten Zugang zum Parkdeck für Behinderte und auch für die Bewohner des Bauteils F. Die Volumina des erweiterten Mittelganges in den Doppelhäusern sind auch insofern kostengünstig, als sie keinerlei eigener Tragstruktur bedürfen: Sie liegen auf den innenseitigen Wänden der Wohnungen (auf Konsolen) auf. Letztlich erlauben die großzügigen Erschließungsbereiche in den „Doppelhäusern“ auch die Auslagerung einzelner Funktionen aus den Wohnungen (zB. Rauchen), was wiederum ermöglicht, dass die Wohnungen selbst kleiner sein können: Es kann bei gleicher Wohnungsanzahl und Qualität mit weniger m² das Auslangen gefunden werden (siehe Datenblatt). Für die Installationen wird mehr Volumen als üblich zur Verfügung gestellt. Auch dies um letztlich kostengünstiger zu bauen und um langfristig, Dank höherer Flexibilität, die Wohnungen kostengünstiger bewirtschaften zu können. Auf der Seite der Erschließung wird eine Vorsatzschale angebracht, die einen ca. 30 cm tiefen Hohlraum schafft. In diesem Hohlraum befinden sich alle Leitungen und Installationen sowie die Wärmedämmung. Diese Doppelwand übernimmt auch den Schallschutz. Nur seitlich der Eingangstüren ist diese Vorsatzschale in den Laubengängen abgeschrägt, um so – trotz minimierter Gangbreiten – den Rollstuhlwendekreis zu ermöglichen. Diese Doppelwand ermöglicht nicht nur völlige Freiheit für die Installationen (und damit eine sehr kostengünstige Montage), auch die Bauzeit kann dadurch verkürzt werden (nur Anschlüsse, kaum Installationen in den Wohnungen). Die Wartungsarbeiten können damit wesentlich verbilligt werden, da alle Bereiche „von außen“ zugängig sind. Dies mindert die Betriebskosten. Der starken Lärmbelastung im Bauteil F könnte nur mit speziellen Schallschutzfenstern begegnet werden, die aber nur im geschlossenen Zustand funktionieren, im Lüftungsfall aber versagen und Zusatzkosten darstellen.( Nur in wenigen Fällen wo die Küchen eigenständig genutzt werden sollen wird auf diese Maßnahme der Schallschutzfenster gesetzt). Die vermiedenen Mehrkosten für zahlreiche Schallschutzfenster ermöglichen im gegebenen Fall Mehrkosten für die Realisierung einer Lüftungsanlage. Die Wohnungsfenster des Bauteiles F sind in den Grünraum (im Osten) orientiert und so ist der Schallschutz auch bei offenem Fenster gegeben. Zusätzlich ist bei dieser Art der Lüftung auch mit sehr geringen Mehrkosten eine Lüftungswärmerückgewinnung möglich, was wiederum die Betriebskosten senkt. Das gleiche System des Schallschutzes mittels Laubengang wird auch beim Seniorenwohnhaus verwendet und kommt in der gleichen Systematik (wenn auch n anderer Funktion) beiden Doppelhäusern zur Anwendung.. Dieses System ermöglicht eine einseitige Orientierung (keine Fenster-Querlüftung erforderlich) und damit die gegebene äußerst sparsame kompakte Bauform. Wie im Laubengangfall ist auch hier sehr kostengünstig und betriebskostensenkend eine Wärmerückgewinnung möglich. Es sind je Gebäude zentrale Lüftungsgeräte mit wohnungsweiser Nachheizung vorgesehen. Die Leitungsführung der Lüftungsrohre kann sehr kostengünstig in den beschriebenen Doppelwänden (zwischen Wohnungen und Gang) erfolgen bzw. innerhalb der Wohnungen in den röhrenförmigen Hohlräumen der Beton-Fertigteil-Deckendielen. Sämtliche Wartung (Filtertausch, etc.) kann außerhalb der Wohnung erfolgen (zB. Filterwechsel). Es kann – nach Berücksichtigung der fixen Fernwärmegrundgebühren und der zusätzlichen Wartungskosten – eine Rückfinanzierung der Investitionsmehrkosten in weniger als zehn Jahren erwartet werden. Es bestehen also jedenfalls langfristige Kostenvorteile.  
Projektnummer :281
Status :Projekte
Link :www.reinberg.net/281
Bauherr :GSWB
Planung :Architekt Georg W. Reinberg, Architekturbüro reinberg ZTGesmbH
MitarbeiterInnen :Martha Enriquez-Reinberg, Jasmin Krickhaus, Tobias Schedel, Marta Isabel Carvalho
Ort :Salzburg, Salzburg
Typ :Neubau
Funktion :Sozialer Wohnbau
Eigenschaften :Kollektor, Passive Solarnutzung, Aktive Solarnutzung, Passivhaus, Umweltfreundliche Bauführung
Wettbewerb :2012.07
Gründstück :12064 m2
Nutzfläche :17390 m2
Umbauter Raum :73714 m3
Wohnfläche :10859 m2