Ökokulturelles Zentrum

50
san_bonifacio-schnitt.jpg
In einem Industrie- und Gewerbegebiet ohne besonderen Charakter, zwischen großen Straßen und Eisenbahnschienen, sollte ein nutzungsoffenes Büro- und Lagergebäude entstehen. Dieses Gebäude sollte hohen ökologischen Anforderungen entsprechen, sich gegenüber der Umgebung gut absetzen und ein einprägsames Erkennungszeichen darstellen. Auf dem Grundstück stand bereits eine Lagerhalle. Die Baufluchtlinien beschränkten die Gebäudeform strikt. Der Entwurf sieht vor, innerhalb der wenig umweltfreundlichen Umgebung eine kleine "Naturraum – Insel" (Wasser, Pflanzen, begrünte Fassade etc.) um das Gebäude und im Gebäude (Gewächshaus) zu schaffen. Außerdem wird der Fernblick auf die Stadt Soave mit einer Burg aus dem 15. Jahrhundert genützt. Ausgangspunkt für das Energiekonzept ist eine hohe Wärmedämmung. Der südlich vorgesetzte Glaskörper funktioniert im Winter als Pufferraum und Sonnenkollektor, im Sommer als Kühlschleuse (Aufwind des über die Wasserfläche strömenden gekühlten Luft). Die Gewächse auf den Fassaden beschatten als 2.Haut im Sommer und bilden einen Windschutz im Winter. Die Solarernte für die Glasfassade wird durch die Reflexion der im Winter nicht bewachsenen Wasseroberfläche optimiert, während die Auskragung der Glasfassade die Sonneneinstrahlung im Sommer reflektiert (steiler Einfallswinkel) und die sommerlichen Pflanzen am Wasser die Sonnenstrahlen absorbieren statt reflektieren. Die Gebäudemasse erlaubt das Einspeichern von Sonnenenergie im Winter und eine nächtliche Kühlung in den Nachtstunden des Sommers. Im Zusammenspiel der großen Glas-Fassadenfront mit dem Teich, soll der Bau besonders spektakulär erscheinen und die Beziehung zu ökologischen Gedanken widerspiegeln: durch die Spiegelung im Wasser erscheint die Glasfassade doppelt so hoch und durch die Spiegelung des Himmels in der Glasfassade verweist der Bau in die "blaue" Umwelt des Himmels. Davon ausgehend, daß der neue Ansatz des ökologischen Bauens auch eine neue baukünstlerische Form zu finden hat, wurde hier versucht, innerhalb der bestehenden Umgebung einen einzigartigen, außerordentlichen Baukörper zu entwickeln. Ein Bau, der schon von weitem sichtbar (wie als Werbeträger) eine eigenständige Identität zeigen soll.
Projektnummer :50
Status :Projekte
Link :www.reinberg.net/50
Planung :Architekt Georg W. Reinberg, Architekturbüro Reinberg GesmbH
Ort :Verona, Italien
Typ :Neubau
Funktion :Bürogebäude, Lager
Planungsbeginn :1993
Nutzfläche :515 m2