Büro der Arge Erneuerbare Energie und Holzwohnungsbau, Gleisdorf

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Bürobau Der Bürobau ist innerhalb der gesamten Anlage so situiert, dass er für den aus dem Ort Kommenden als erstes in Erscheinung tritt. Obgleich im Bürobau mit dem gleichen Bauprinzip wie im Wohnbau gearbeitet wird, ist hier das System gleichsam umgedreht: während in den Wohnräumen das direkte Sonnenlicht wünschenswert ist, so sollte im Büro vor allem diffuses Licht vorherrschen. Deshalb wurde der Wintergarten für den Bürobau zum Erschließungs- und Rekreationsbereich und die Belichtung der Büroräume erfolgt von Norden und nur indirekt vom Süden (über den Wintergarten). Auch der Zugang erfolgt (über eine Schleuse) vom Süden. Während in den Büroräumen gleichmäßige Temperaturen und Lichtverhältnisse herrschen, soll der Aufenthalts- und Erschließungsbereich durch schwankende Temperaturen und Belichtungen hohe Erlebnisqualitäten und (Kreislauf-) Anregung bieten. So sind auch im gesamten Gebäude zwei unterschiedliche Klimazonen vorgegeben: die relativ kleinen Büroräume mit den Computerarbeitsplätzen sind für diese Arbeit optimal und gleichmäßig konditioniert, während der große südliche Teil vom Wetter abhängig ist und einen Kontrastraum bildet. So entstehen zwei Bereiche, die sich in jeder Hinsicht gegenseitig ergänzen (konzentriertes Arbeiten am Bildschirm gegenüber Kommunikation und Erholung in der Südzone). An das Gebäude ist nördlich ein Kellerersatzraum (Werkstätte) als Puffer angeschlossen, ebenso wie die Heizzentrale und ein Pufferspeicher. Zwischen der Solar- Kollektorzone im Süden und den Büroräumen befindet sich die massive und mit Lehm verputzte Solarspeicherwand, um passiv gewonnene Sonnenenergie aufzunehmen und in den Abendstunden und am Morgen verzögert zur Verfügung zu stellen. Umgekehrt nimmt diese massive Wand die Nachtkühle auf und ist Teil des Überhitzungsschutzes. Wohnungen Diese bauen auf dem gleichen Grundsystem (Massivspeicherwand und gesamter sonstiger Bau aus Holz), aber in umgekehrter Anordnung der unterschiedlichen Bereiche auf: die Erschließung erfolgt von Norden, die Wohnbereiche sind alle direkt von Süden her besonnt und die Wintergärten sind den Wohnräumen vorgelagert. Das städtebauliche Konzept versucht, durch die Verschwenkung der Gebäude den westlichen Grünraum (im Bereich des Baches) miteinzubeziehen. Gegenüber der Straße sind die Gebäude durch Parkplätze und Nebenräume (wie Kinderwagen- und Trockenraum) abgeschirmt. Besonnungsstudien verhalfen, eine Bebauung zu finden, bei der eine gegenseitige Beschattung vermieden wird. Die technische Ausstattung, die Baumaterialien und das Fertigteilsystem sind gleich wie beim Bürobau, wobei aber – entsprechend den teilweise konträren Nutzungsanforderungen – das Funktionskonzept umgedreht ist: die Wohnräume erhalten alle direktes Sonnenlicht und die Wintergärten dienen als Ergänzung der Wohnräume. Die Anlage diente auch als Musterprojekt für die Entwicklung des Fertigteilhauskonzeptes „Sundays“.
Projektnummer :75
Status :Bauten
Link :www.reinberg.net/75
Bauherr :Lieb Bau Weiz
Planung :Architekt Georg W. Reinberg, Architekt Georg W. Reinberg
Ort :Gleisdorf, Steiermark
Typ :Neubau
Funktion :Wohnhaus, Bürogebäude
Eigenschaften :Photovoltaik, Holzbau, Passive Solarnutzung, Aktive Solarnutzung
Gründstück :2529 m2
Nutzfläche :943 m2
Umbauter Raum :6400 m3
Wohnfläche :353 m2
Kosten per m2 :1300