städtebauliches Projekt

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Innerhalb eines ehemaligen Industriegeländes sollte eine Erweiterung einer schon durchgeführten Wohnanlage mit öffentlichen Einrichtungen geschaffen werden, wobei besondere Rahmenbedingungen für das Arbeiten am Datenhighway innerhalb der Wohnungen zu schaffen waren. Im Entwurf wurde versucht, die "Geschichte des Ortes" nicht mit vordergründigen Formalitäten (wie bei der bestehenden Wohnbebauung) fortzusetzen, sondern die "Strukturen" und "Inhalte" der ehemaligen Industrie - sofern für die Zukunft wertvoll – weiter zu verfolgen. Diese sind: Serielle Bauteile, höchste Flexibilität in der Nutzung, den positiven Charakter der bestehenden alten Arbeiter-Wohnsiedlungen (Arbeiten und Wohnen an einem Ort), gemeinsame "Wohnstraße" mit grünem Privatgarten an der Rückseite des Hauses, Einbindung der vorhandenen Grünzone (und des Wassers) sowie eine relativ hohe städtebauliche Dichte. Innerhalb der Wohnhäuser selbst wurde auf die hohe Ungewißheit betreffend den "Computerarbeitsplatz" im Haus mit dem Angebot an höchster Flexibilität reagiert. Diese Flexibilität baut auf einer zunächst sehr rigid erscheinenden Grundstruktur auf, die aber beste Wachstumspotentiale (und Vielfältigkeit) bietet. Das Konzept der Identität von Arbeit (Produktion) und Wohnen (Rekreation) gibt Hoffnung auf Wiedergewinnung eines verstärkten öffentlichen Lebens innerhalb des Straßenraumes und des Ortsteiles – weshalb diese Bereiche besonders hoch ausgestattet werden (Spielstraßen). Die städtebauliche Struktur der ehemaligen Halle (ersetzt durch die bestehende neue Wohnbebauung) und des fast kongruenten Quadrates der alten Arbeitersiedlung wurde durch das Quadrat der neu zu schaffenden Bauten fortgesetzt. Erst das Gebiet der neuen Einfamilienhäuser übernimmt die auslaufenden Strukturen der anliegenden Einfamilienhäuser. Die Altenwohnungen (mit Serviceeinrichtungen) wurden bewußt an die belebteren Zonen mit öffentlichen Einrichtungen gelegt. Die Computerarbeitsplätze werden in 3 Stufen angeboten: Medienzentrum (höchste Öffentlichkeit, höchstes professionelles Büro, eigenes Gebäude), "Telecenter" (Außenstellen für Kleinstunternehmer oder Dienstleister (wie Architekten, eigene Räume in den mehrgeschoßigen Gebäuden) und Heimarbeitsplätze (Kleinunternehmer oder ausgelagerter Arbeitsplatz im Wohnhaus). Das Energiekonzept sieht eine zentrale Biomasseheizung und für das Einzelhaus passive und aktive Solarnutzung (beides über Wintergarten – Fertigteile) sowie ein Lüftungssystem (das den Wintergarten integriert und über einen Speicher, der ident mit den Zwischenwänden ist) vor.
Projektnummer :82
Status :Projekte
Link :www.reinberg.net/82
Planung :Architekt Georg W. Reinberg, Architekturbüro Reinberg GesmbH
Ort :Delmenhorst-Nordwelle, Deutschland
Typ :Neubau
Funktion :Wohnhaus, Bürogebäude, Altersheim, Sozialer Wohnbau
Eigenschaften :Passive Solarnutzung, Aktive Solarnutzung
Planungsbeginn :1996